Der Vitamin D Mangel

Wie wirkt Vitamin D im menschlichen Körper?

Biochemisch ist Vitamin D mit den bekannten Hormonen Östrogen, Testosteron und Cortison verwandt. Diese Familie nennt man Steroidhormone, welche alle aus dem Cholesterin gebildet werden. Hormone steuern mit einem Schlüssel-Schloss-System den Zugriff auf die Gene. Jede Körperzelle hat in ihrem Zellkern Hormonbindungsstellen, an die das Hormon andocken kann und damit signalisiert, welches Gen abgelesen wird oder welches nicht. Das entsprechende Gen dient als Bauplan für wichtige Steuerungsmoleküle.

 

Was hat Vitamin D mit der Sonne zu tun?

In der sonnenbestrahlten Haut wird aus Cholesterin die Vorstufe des Vitamin D gebildet. UVB-Strahlen der Sonne brechen einen spezieller Ring dieses Moleküls auf, es entsteht die inaktive Form des Vitamin D. In der Leber und der Niere erfolgt dann die Umwandlung in die hormonell aktive Form des Vitamin D. Diese fein regulierten Schritte der Aktivierung sind es auch, die eine Schädlichkeit des Vitamin D verhindern, auch wenn es in grosser Menge zugeführt wird. In der Verkaufsform ist Vitamin D biochemisch inaktiv.

Funktioniert diese Umwandlung auch bei bewölktem Himmel, in den Wintermonaten oder beim Auftragen von Sonnenschutzcreme?

Wolken, Schatten, Fensterglas, Kleidung und Sonnencreme blockieren die Aufnahme von UVB-Licht und damit den natürlichen Ablauf der Vitamin D Bildung. Nur das UVB-Licht kann die Vitamin D Bildung in der Haut bewirken. UVB-Licht zeigt sich praktisch nur in der Mittagszeit bei blauem Himmel, wenn die Sonnenstrahlung ungefiltert auf die Haut fällt. UVA-Licht trägt nichts zur Vitamin D Bildung bei.

 

Wie kommt es denn zu einem Vitamin D Mangel?

Die Höhe des Sonnenstandes ist der wichtigste Faktor für die Vitamin-D-Bildung in der Haut. Im Juni und Juli steht die Sonne auf der Nordhalbkugel fast senkrecht, der Weg der Sonnenstrahlen zum Erdboden ist kürzer, von den Schichten der Atmosphäre wird weniger UVB-Licht verschluckt. Aus diesem Grund sind auch Strahlung und Vitamin-D-Bildung in den Bergen viel intensiver als auf Meereshöhe. Steht die Sonne vor- und nachmittags tiefer, so wird mehr UVB abgefangen. Dieser Effekt verstärkt sich in den Wintermonaten, die Vitamin-D-Bildung nimmt weiter ab. In nördlichen Gegenden kann der Mensch von Oktober bis April kaum noch Vitamin D bilden, auch wenn die Sonne mittags die Haut wärmt. Professor Holick berechnete, dass dies bereits auf dem 42. Breitengrad (Höhe Boston, Barcelona, Rom) von November bis Ende Februar der Fall ist. Zürich liegt auf dem 47.38° Breitengrad. Oberhalb des 52. Breitengrades wird im gesamten Winterhalbjahr (Mitte Oktober - Mitte April) kein Vitamin D gebildet. Nur unterhalb des 37. Breitengrades (Linie Los Angeles - Sizilien) ist eine ausreichende Vitamin-D-Bildung in der Sonne das ganze Jahr über gewährleistet.

Ein Sonnenbad in der Mittagszeit kann bei jungen blonden Menschen schon nach 20 Minuten 20000 Einheiten Vitamin D erzeugen. Um eine optimale Zufuhr zu erlangen, sind zwei Sonnenbäder pro Woche nötig.

 

Kann ich Vitamin D über die Ernährung in ausreichender Menge zuführen?

Nach den Wintermonaten haben die meisten Menschen zirka 6 Monate (ungefähr 180 Tage) ohne Vitamin-D-Zufuhr hinter sich. Die Vitamin D Speicher sind praktisch leer. In dieser Zeit entsteht ein Vitamin D Defizit von ungefähr 360000 IE (180 Tage, 2000 IE empfohlene Tagesdosis pro Tag). Die oft empfohlenen Dosierungen von 800 Einheiten pro Tag reichen dann nicht aus, den Vitamin D Spiegel adäquat zu steigern. Die höchsten Dosierungen benötigt man bei Übergewicht, Zigarettenrauchen und Darmkrankheiten.

Fetter Seefisch ist der beste Lieferant von Vitamin D. Um 2000 IE Vitamin D pro Tag zuzuführen, sollten Sie entweder 200g gegarten Hering, oder 300g gekochten Lachs, oder 5 Liter 3.5% ige Kuhmilch oder 3500g gebratene Leber oder 15 ml Lebertran täglich zu sich nehmen.

 

Wer ist vom Vitamin D Mangel betroffen?

Ältere Menschen (>65 Jahre), bei Störungen der Fettverdauung, postmenopausale Osteoporose, Schwangerschaft und Stillzeit, ungenügende Sonnenexposition, entzündliche Darmerkrankungen, Leber- und Nierenerkrankungen, Altersheimbewohner, Schmerzen des Bewegungsapparates, Hauterkrankungen, Übergewicht, Einnahme von Medikamenten, Personen mit Körperverhüllung

Wie hoch sollte der Vitamin D Blutspiegel sein?

Werte unter 12 ng/ml machen krank, das sagen übereinstimmend alle Fachleute. Werte unter 30 ng/ml gehen mit einem erhöhten Knochenabbau durch das Parathormon einher. Die USA-Empfehlung der Forschergruppe um Carole Baggerly von Grassrootshealth.net lautet: „get your level to 40 - 60 ng/ml“.


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